Liebeskummer in Hamburg

die Geschichte meines Blogs

Ich kam mit dem Plan, mich mit Selfpublishing zu beschäftigen, ich ging mit einem Blog, neuen Freund♥innen und einer Strategie.

Wie ich den Märzferien in diesem Jahr entgegengefiebert hatte. Endlich konnte ich mich in Hamburgs schönstem Coworkingspace wieder der Schreiberei und der Frage widmen, wie ich meinen ersten Roman publizieren würde. Als Schulpsychologin bewegen mich in meinem Berufsalltag sonst andere Themen.

Der Liebeskummerblog sollte für meine Freundinnen und mich ein nachrangiges Projekt sein. Als ich erkannte, WIEVIEL Spaß mir der Blog bereitete, legte ich das Thema Selfpublishing zunächst ad acta. Ich genoss es, kreativ zu sein und tun und lassen zu können, was ich wollte.

Mein kreativer Flow trug mich zum wöchentlichen betabreakfast. An diesem Donnerstag wurde bei dem Frühstück unter Freiberuflern ein Businessmodell für Startups vorgestellt. Ich ließ meinen Gedanken freien Lauf. Wie würde dieses Modell auf meinen Liebeskummerblog passen? Wer waren eigentlich meine Kunden? Welche Vertriebskanäle würde ich nutzen und ähm, Moment mal, wie wollte ich eigentlich meine Kosten decken? Bei der ganzen Zeit, die ich gerade investierte, musste ich ganz schnell, ganz schön viel Geld verdienen, damit „mein Business“ eine positive Bilanz verzeichnen würde.

Die gute Nachricht: Meine Arbeitskraft galt als Ressource, nicht als Kostenfaktor. PUH! Ich konnte also beruhigt weiterfrühstücken und andere Coworkerin & Coworker kennenlernen. Hey, da ist ja jemand, den ich zum Thema Beziehungsängste interviewen könnte. Oh, er hatte auch noch einen Tipp für eine Fotografin. Cool. Dafür konnte ich ihm ein wenig über psychologische Ausbildungen und deren Qualität erzählen. Win – Win.

Am Abend sicherte ich mir die Domain liebeskummerinhamburg.de – mein Pseudonym, Hannah Herman, hatte ich schon. Wie lud man nochmal WordPress darauf? Learning by doing, das Hariboglas an der Kaffeebar und ehrliches Feedback der Tischnachbarn waren fortan Teil meiner operationalen Strategie.

Apropos Strategie. Stand da nicht irgendetwas von einem freien Strategic Business Coaching Slot in der betahaus-Facebook-Community? Tatsächlich. Ein letzter Platz war noch frei.

Am nächsten Tag stolperte ich gleich nach dem Fotoshooting mit Janine in den Meetingraum. Mein Coach erwartete mich bereits. Wie meine Businessidee lautete? „Ich will Schriftstellerin werden und ich schreibe einen Blog.“ Voller Euphorie sprudelten die Ideen der letzten zwei Wochen aus mir heraus.

„Was willst du mit dem Blog in 12 Monaten erreicht haben? Mit welcher Auflage soll dein Buch veröffentlicht werden?“

Puh, ich habe zwar vor 12 Jahren Verlagskauffrau gelernt, aber von Buchauflagen erinnerte ich nichts. Meine Beraterin blieb hartnäckig. Nichts sei unmöglich, wenn man sich auf ein festes Ziel committed. Auf externen Druck reagierte ich noch nie besonders positiv. Ich hadere, ob ich hier wirklich richtig bin. „Ich will doch nur schreiben“, schimpfte das trotzige Kind in mir.

Zum Ende der Sitzung ein klares Ergebnis: Folge deinem Flow!

Mein Coach bot mir an, einen Blick auf meine Seite zu werfen. Ich freute mich. Dann der große Schock: „Das wirkt aber nicht wie ein Blog!“ Mein Herz stand schlagartig still. Das hatte sie gerade nicht wirklich gesagt?! Doch, hatte sie. Und dann konnte sie ihre Meinung auch noch sachlich begründen. Autsch. Ich dankte ihr aufrichtig für diese ehrliche Meinung. Geknickt schlich ich zurück an die große Tafel im Café.

Auf dem Stuhl neben mir saß eine sympatische Coworkerin, die zu meiner Zielgruppe passen könnte. Verstohlen schielte ich zu ihr rüber. „Entschuldigung, darf ich dich mal was fragen? Findest du das hier sieht aus wie ein Blog?“ Ich drehte den Laptop zu ihr herum. Freundlich wandte sie sich mir zu. Zufällig war sie Fachfrau für Onlinemarketing. STRIKE! „Mmh, also, ehrlich gesagt: nicht so ganz. Aber das finde ich nicht schlimm. Warum schreibst du es nicht einfach auf die Seite mit drauf?“

Genial. Schon als Kind hatte ich meinen Zeichnungen Titel wie „das ist ein Pferd“ verpasst, weil man sie sonst nicht sonderlich gut hätte erkennen können. Es war also beschlossene Sache: LiebeskummerinHamburg.de erhielt den Zusatz: – ein Blog von hannah herman.

„Findest du die Seite ansprechend?“, nutze ich die Gelegenheit zu einer kleinen Marktforschung.

„Mmmh, also, das Foto von den Hamburger Brücken wirkt ein wenig negativ.“

„NEGATIV??“ Meine Augen weiten sich. „Das Foto ist doch schön!“

„Es ist ein schönes Foto, joa… Ein wenig melancholisch vielleicht. Wenn ich es anschaue, komme ich jetzt aber nicht unbedingt auf das Thema Liebeskummer. Ich denke eher an eine Seite der Stadt Hamburg.“

„Na super“, dachte ich. Meine hauptberufliche Tätigkeit für die Stadt forderte also ihr Tribut. Ich verteidigte meine Entscheidung: „Aber Liebeskummer ist doch melancholisch. UND, ich schreibe über Liebeskummer in HAMBURG. Wieso passt das für dich nicht?“

Sehr einfühlsam erklärte sie mir, dass ein Bild das erste sei, was ein Besucher sieht. „Bild wirkt mehr als Text.“ Oh, oh, ich bangte um mein geliebtes Hamburg-Bild, dem Schnappschuss bei wundervoller Abendröte, während einer Motorbootfahrt auf der Elbe. Doch ich gab nicht auf und holte weitere Meinungen am Tisch ein. KEINER, außer mir, fand das Bild geeignet! Der Coworker von gegenüber setzt zum Todesstoß an: „Ich finde das Bild hat etwas von Stadtplanung. Bist du Bauingenieurin?“

Ich spielte mit dem Gedanken, von einer meiner abgebildeten Brücken zu springen, und dankte meiner erwachsenen Impulskontrolle, für einen halbwegs konstruktiven Umgang mit der Kritik: „Was für ein Bild würdet Ihr denn dann nehmen?“ (es gab doch eigentlich gar kein Besseres).

Es folgte eine lustige Runde mit viel Inspiration und Blödelei, die mich schlussendlich zu einem neuen Cover bewegte. Der Blog ist mittlerweile online und füllt sich täglich mit mehr Inhalt, der Flow scheint keine Ende zu nehmen und mit etwas Glück, darf ich am Mittwoch bei 12minutes.me, meine Geschichte erzählen.

♥ Danke ♥

Danke, liebes betahaus! Danke an alle Coworker♥innen, die mir so freundlich und ehrlich begegnet sind. Danke liebe Theke für Kaffee, positive Vibes und free tab water. Danke Janine Meyer für die tollen Bilder.

Danke Ramona für Inspiration und Illustration, danke Ori für den Fokus aufs Wesentliche, danke Lena für: „Das kannst du besser!“, danke Frank für die Antwort auf: „Wie geht eigentlich Instagram?“, danke LPO für dein ehrliches Feedback und den Support, danke Renate für deine wertvollen Anregungen und Korrekturen! Danke an meine Freundinnen & Freunde und Kolleginnen & Kollegen, neue und alte, die mich begleiten und stärken.

Danke Mama, Janina, Greta, Ali, Nina, Hannah, Herman, Frida, Phil, Jeannette, Marie, Corinna & Co. für all die Liebe und Unterstützung!

p. s. :  D a n k e  P a p a,   i c h   w e i ß,  d u   f ä n d e s t   e s   g e i l !

And last but not least: Danke Stephie.

 

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