Liebeskummer in Hamburg

meine große Liebe

Liebe ist mein höchstes Gut. Die Liebe zu meiner Familie meine Erste. Es folgten viele Verliebtheiten, denen meine Geschwister liebevolle Spitznamen verpassten: der Zwerg (einen Kopf kleiner als ich), die Rotzfresse (Probleme mit den Nasenschleimhäuten), der Lutscher (erster Knutschfleck).

Mit 15 fand ich meine zweite große Liebe, die bis heute anhält: Meine beste Freundin. Sie hat all meine Liebesgeschichten begleitet, mir Trost geschenkt und mich wundervoll abgelenkt.

Die dritte große Liebe, ohne ein Ranking vornehmen zu wollen, war dann meine erste langjährige Beziehung. Als die in die Brüche ging, war erstmal Ausnahmezustand angesagt. Partys, Festivals und Rock’n Roll. Ein halbes Jahr später dann der große Kummer und die Erkenntnis, dass ich einen unglaublich wichtigen Menschen verloren hatte*. Ich konzentrierte mich wieder auf mich: Studium, Job, Sport, Reisepläne. Ich nutzte meine Freiheit und folgte meiner Begeisterung für fremde Kulturen nach Moskau, wo ich meine Diplomarbeit in einem ganz persönlichen, interkulturellen Forschungsprojekt schrieb.

Als Belohnung und zum Abschluss meines Studiums plante ich eine Weltreise. Von einem Freund in Singapur zum Surfkurs nach Bali, weiter zum Arbeiten und Reisen nach Australien, zur Entspannung auf die Fidschi-Inseln, über einen Roadtrip durch Kalifornien zum krönenden Abschluss in die schönste Stadt der Welt: Vancouver. Irgendwo in den Tiefen meines Kellers findet sich eine Postkarte mit genau diesen Worten: Vancouver ist die schönste Stadt der Welt. Dort muss ich hin!

Drei Wochen vor Abflug dann ein Sportunfall. Diagnose: Kreuzbandriss. Von meinen Krokodilstränen überfordert, versuchte der junge Assistenzarzt, (Ja, Oma,- er war attraktiv, aber wie sich später herausstellte auch frisch verheiratet**), mich mit den Worten: „Aber sie werden ja wieder gesund“, zu trösten. Auf meine Frage, ob ich in drei Wochen auf Weltreise gehen könne, schaute er mich besorgt an und bat die Krankenschwester, richtige Taschentücher zu besorgen. Die Papierhandtücher würden mir noch mein ganzes Gesicht zerkratzen.

In Hamburg temporär ans Bett gefesselt, fand ich mich mit meiner Situation notgedrungen ab. Als großes Glück im Unglück erwies sich meine damalige Liebschaft, die sich in Windeseile zur festen Beziehung entwickelte. Der Kummer war dabei vorprogrammiert, denn kaum konnte ich wieder laufen, zog es mich in die Welt hinaus.

Das work & travel Visum für Australien war noch gültig, mein Spielgruppenfreund zum Studium vor Ort und die medizinische Versorgung gesichert. Mein neuer Freund war wenig begeistert von dieser Idee, planten wir in Hamburg doch parallel, ein gemeinsames Leben aufzubauen. Für mich schloss sich das jedoch nicht aus. Gefühlt stellte er mich nach vielen Diskussionen vor die Wahl: die Reise oder er.

Du willst die ganze Geschichte lesen? Gern. Da sie sehr persönlich ist, möchte ich sie nicht im Internet veröffentlichen. Du kannst mir gern eine Email schreiben und ich sende sie dir zu. Deine Emailadresse werde ich zu keinem anderen Zweck verwenden oder an Dritte weitergeben.

*er war nur temporär verloren! Mittlerweile sind wir wieder im guten Kontakt!

**Nein, ich begann keine Affäre mit dem Assistenzarzt, ich sah ihn lediglich vier Wochen später am Eppendorf Markt mit Frau und Kinderwagen an der Ampel stehen.

 

 

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