Liebeskummer in Hamburg

Liebeskummer-Phasen: Was hilft wann?

Welche Liebeskummer-Phasen gibt es und was hilft in welcher Phase?

Liebeskummer-Phasen verlaufen ähnlich wie die Trauerphasen nach dem Verlust eines nahestehenden Menschen. Logisch. Oft höre ich die Frage „Wie lange dauert das denn noch?“

 Zwei Tage? Zwei Wochen? Zwei Jahre? Ein ganzes Leben?

Wie ein Mensch Emotionen verarbeitet, hängt von vielen Faktoren ab. Es fängt damit an, wie man als Kind gelernt hat, mit Emotionen umzugehen und was einem vorgelebt wurde. Es geht weiter damit, wie sensibel und empfänglich man für Emotionen ist und welche Verarbeitungsmechanismen sich bei uns bewährt haben. Das merkt die schlaue Psyche sich. Und weil jeder Mensch ein Individuum ist, kann sich das natürlich jederzeit wieder ändern, wenn beispielsweise nach jahrelanger erfolgreicher Verdrängung ein frischer Verlust das Fass zum Überlaufen bringt.

Trotz aller Individualität lässt sich Liebeskummer in verschiedene Phasen unterteilen. 

1.       Phase: die Phase der Vorahnung

Irgendwie läuft es gerade nicht so? Irgendwas ist anders? Man verbringt kaum Zeit miteinander, streitet viel oder distanziert sich? Meist geschehen Trennungen nicht von heute auf morgen, sondern senden leise oder gar sehr laute Vorboten. Ob man sich die Sache eingestehen will, steht auf einem anderen Blatt Papier. Häufig überwiegt der Wunsch, dass man als Paar einfach gerade mal eine schlechte Phase hat.

2.       Phase: die Phase der Erstarrung

Der Trennung wurde ausgesprochen. Mindestens einer von beiden möchte den Schlussstrich ziehen. Ein Schock läutet die Liebeskummer-Phasen ein. Der Autopilot übernimmt oder Verzweiflung setzt ein. Man glaubt, alles verloren zu haben, nie wieder glücklich zu werden. Im schlimmsten Fall kommen noch existenzielle Ängste hinzu. Wo wird man wohnen? Wer zieht aus? Muss man sich finanziell einigen? Ruhe bewahren! Alles wird sich klären.

Wer verlassen wird, stellt sich häufig noch die Frage, was er falsch gemacht hat, ob es vielleicht doch noch eine zweite Chance gibt oder was man tun könnte, um den Partner zurückzugewinnen. Meiner Erfahrung nach, bringt das wenig, es sei denn, jemand ist motiviert, sich grundlegend zu ändern.

Die Welt steht still. Man hat einen geliebten Menschen verloren, als wäre er gestorben und für immer aus dem eigenen Leben getreten. Ein stechender Schmerz, der niemals nachzulassen scheint. Die größten Geschenke in dieser harten Lebensphase sind:

  • Der Glaube daran, dass diese Phase vorbeigehen wird.
  • Die Hoffnung, dass es euch irgendwann wieder bessergehen wird.
  • Die Liebe von Freunden, Familie und zu euch selbst. Seid gut zu euch. Gönnt euch Auszeiten, lasst euch ablenken und trösten.

3.       Phase: Die Phase des Aktionismus

Langsam melden sich die Kräfte und ein starker Wille zurück. Jetzt wird um die Beziehung gekämpft. Man wird der oder dem Ex beweisen, dass man liebenswert und attraktiv ist und sich ändern kann. Man schwört Besserung und Entgegenkommen, poliert das eigene Selbstbild auf und beweist, wie eigenständig man doch ist. Oft leistet man in dieser Phase Großartiges, stemmt einen Umzug, findet einen neuen Job, lebt gesünder und wird euphorisch. Viele Ex-Partner sind davon überfordert, denn ihr Entschluss steht immernoch fest. Für den Verlassenen ist diese Phase gut, denn sie erinnert daran, zu welcher Leistung man in der Lage ist. Selbstachtung und -Wertschätzung sind in dieser Phase gute Begleiter!

4.       Phase: Die Phase der aufbrechenden Emotionen

Wut und Trauer liegen nah bei einander und verstärken sich gegenseitig. Verzweiflung tut weh und kann unglaublich wütend machen. Warum hat man mir das angetan? Wieso passiert das gerade mir? Was bildet der oder die sich eigentlich ein? Jetzt ist die Zeit, den Emotionen freien Lauf zu lassen. Diese Phase hat es in sich! Es können sich sowohl Gefühle von Euphorie als auch Resignation breitmachen. Man wittert neue Chancen und sehnt sich zugleich nach der altvertrauten Geborgenheit zurück. 

In dieser Phase lohnt es sich der eigenen Trauer und Wut Raum zu geben. Nach einer heftigen Heul- oder Sportsession sieht die Welt meist anders aus und man gewinnt das Gefühl von Kontrolle zurück.

5.       Phase: Die Phase der Akzeptanz

Es ist vorbei. Das finale Stadium der Liebeskummer-Phasen ist erreicht. Die letzten Fotos und Erinnerungen werden in die Kiste gepackt. Man lässt den anderen los und kann selbst weiterziehen. Vielleicht sehnt man die gute alte Zeit hin und wieder noch einmal zurück, vermisst den Ex-Partner oder will ihm noch etwas sagen, aber es ist alles nicht mehr ganz so wild. Es öffnet sich der Blick für andere Dinge und neue Chancen.